In einer aktuellen Befragung wurden 102 Einkaufsleiter nach der Beschaffungsstrategie, den -instrumenten, der Auswahl der Lieferanten und der Zusammenarbeit mit dem Qualitätsmanagement befragt. Anschließend wurden die Ergebnisse mit der Untersuchung von 2013 verglichen.

Durch die Verringerung der Wertschöpfungstiefe bei den OEMs spielt die Beschaffungsfunktion in den Unternehmen inzwischen eine zentrale Rolle. Der Gewinn und die Qualität der Produkte werden durch den Einkauf entscheidend beeinflusst.

Die Untersuchungen zeigen, dass überwiegend das Multiple Sourcing als Beschaffungsstrategie bevorzugt wird. Diese Strategie hat im Vergleich zu 2013 vor allem bei Unternehmen mit hohen Einkaufvolumen zugenommen.


Die wichtigsten Kriterien für die Auswahl von Lieferanten sind Lieferzeit/Termintreue, der Preis und die Flexibilität/Lieferfähigkeit.

Das CE-Zeichen ist das wichtigste Produktzertifikat bei der Auswahl von Lieferanten. Vor allem im Anlagen- und Maschinenbau spielt die CE-Kennung eine sehr wichtige Rolle bei der Lieferantenauswahl.

Besonders jedoch wird das Systemzertifikat nach der DIN EN ISO 90001:2008 von den Lieferanten verlangt. Unternehmen sehen hingegen die Umwelt-Systemzertifikate eher als zweitrangig an. Neben den Zertifikaten ist die beständige Qualität des Produktes, die Fehlervermeidung und die Vermeidung von Reklamationen wichtige Kriterien, die zur Auswahl von zertifizierten Lieferanten führen. Im Vergleich zur Studie 2013 gibt es nur geringe Veränderungen. Lediglich das Systemzertifikat nach DIN EN ISO 90001:2008 wird inzwischen häufiger von Lieferanten verlangt.

Neben einer Zertifizierung ist vor allem der 8D-Report sehr wichtig für die Unternehmen, besonders bei den Automobilherstellern/Automobilzulieferern und im Bereich Elektrotechnik/Feinmechanik. Zudem sehen die Automobilhersteller/-zulieferer die Methoden FMEA, PPAP sowie APQP als sehr wichtig an.

Eine Zusammenarbeit bei der Qualitätsvorausplanung zwischen OEM und Lieferant wird von fast zwei Dritteln als wichtig bis sehr wichtig angesehen. Besonders in der Automobilindustrie, sowie bei Herstellern von Baugruppen und Einzelteilen spiegelt sich die Relevanz wieder. Auch bei Unternehmen mit 500–999 Mitarbeitern liegt der Wert deutlich über dem Durchschnitt. Jedoch wird der Lieferant von lediglich 37% der Unternehmen für eine Qualitätsvorausplanung verpflichtet.

Die Berücksichtigung von Qualitätsmanagement im Einkauf sehen knapp zwei Drittel der Unternehmen als gut bis sehr gut an. Bei gut zwei Dritteln der befragten Unternehmen ist Qualitätsmanagement im Einkauf, genauso wie im Rest des Unternehmens, integriert. Jedoch sieht ein knappes Fünftel der Unternehmen großes Einsparpotenzial durch eine stärkere Integration von Qualitätsmanagement und Einkauf. Knapp die Hälfte sieht sogar ein mittleres Einsparpotenzial (Tabelle 1).

In der Automobilindustrie erwarten knapp zwei Drittel ein mittleres Einsparpotenzial durch eine stärkere Integration von Qualitätsmanagement und Einkauf. Auch wenn das Qualitätsmanagement inzwischen fester Bestandteil zwischen Lieferanten und OEM ist, entstehen hier immer Reibungspunkte, sobald es Kundenbeschwerden gibt.

Die Ursache liegt weniger darin, dass der Lieferant das Qualitätsmanagement und die vereinbarten Anforderungen nicht ernst nimmt, sondern die Probleme besonders in der Güte und der Genauigkeit entstehen. Hier sind oft massive Abweichungen und Varianzen erkennbar, die auf ein differenziertes Grundverständnis zurückzuführen sind.

Hier entstehen oft die größten Konflikte. Es wird ausgeblendet, dass ein Produkt in ihrer Qualität genau eine Güte, eine gute bzw. schlechte Qualitätsvorausplanung reflektiert. Letztlich ist der Kunde, der das Produkt nutzt, der Betroffene.

Hier liegt es aber in der Verantwortung des Einkaufs, des OEMs, sowohl die Erwartungen an den Lieferanten aus der Qualitätsvorausplanung, als auch die Güte der Umsetzung zu definieren, damit es später nicht zu bösen Überraschungen kommt.

Die Komplette Studie können erhalten sie unter:

https://www.benchmarking.center/images/download/Kennzahlen/QM-Einkauf_Studienergebnisse.pdf

 

Über INeKO – Benchmarking Center Europe

Das Benchmarking Center Europe ist ein Bereich des INeKO – Institut an der Universität zu Köln, es führt Benchmarkingvergleiche für Unternehmen und staatl. Institutionen durch. Durch die Kooperation mit APQC steht uns die größte Benchmarkingdatenbank der Welt zur Verfügung. Mit weltweit über 25.000 Benchmarkingstudien in nahezu allen Branchen werden Kennzahlenvergleiche für nahezu alle betrieblichen Prozesse durchgeführt.

Für die Energiewirtschaft wurde das Center für kommunale Energiewirtschaft gegründet. Es versteht ich als eine Forschungseinrichtung und Partner der kommunalen Energieversorger. Bisher wurden u.a. Benchmarkingvergleiche der Energieversorger sowie der Netzgesellschaften durchgeführt. Weitere Studien zum Marketing und Produktbundling, zu den Berichtspflichten zur Führung von Energieversorgungsunternehmen wurde bereits durchgeführt.

Firmenkontakt und Herausgeber der Meldung:

INeKO – Benchmarking Center Europe
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Telefon: +49 (221) 86053-16
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Geschäftsführer
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