Wenige Tage nach dem alarmierenden Sonderbericht des Weltklimarats zum 1,5-Grad-Ziel haben sich die EU-Umweltminister auf eine CO2-Reduktion um 35 Prozent bis 2030 verständigt. Während dieser politische Kompromiss weder Umweltschützer noch Automobilkonzerne befriedigt, mahnt die CGM eine umfassendere, realistische Betrachtung der Elektromobilität an.

Adalbert Ewen, Bundesvorsitzender der CGM, nimmt dazu Stellung:

„In der euphorischen Debatte um die Elektromobilität als vermeintlichem Heilsbringer für eine vom Klimawandel bedrohte Welt stehen meist Klimaschutz und Wirtschaftsinteressen gegeneinander. So apokalyptisch die Vorstellung untergehender Inseln im Pazifik auf uns wirkt, wir müssen auch das bedrohliche Szenario vom Verlust Zehntausender Jobs im deutschen Automobilsektor ernstnehmen. Der rasante Wandel des eigenen Lebensumfelds verunsichert Menschen und wirft viele Fragen auf.


Die zunehmende Verhängung von innerstädtischen Fahrverboten für CO2-ärmere Diesel macht deutlich, dass eine gesamtheitliche Betrachtung der Verkehrs- und Klimapolitik unbedingt vonnöten ist. Aus unserer Sicht versteift sich die öffentliche Debatte zu sehr auf die Frage, wann der Verbrennungsmotor vom Elektroantrieb endgültig abgelöst wird, und blendet einige Aspekte oft aus.

Die Christliche Gewerkschaft Metall weist in diesem Zusammenhang etwa auf die ungenügende flächendeckende Ladeinfrastruktur für Elektroautos, insbesondere auch in ländlichen Gebieten, hin. Auch die kaum problematisierte Ökobilanz der Elektromobilität in Bezug auf fossile Energierträger und den hohen Energieeinsatz in der Produktion von Elektrofahrzeugen gehört zu einer ehrlichen Debatte.

Der erhoffte Durchbruch der Elektromobilität auf dem Massenmarkt kann jedenfalls nicht allein durch schärfere Vorgaben für die Zusammensetzung des angebotenen Fahrzeugsortiments erreicht werden. Wir sprechen uns für eine sachliche Analyse der Möglichkeiten und Grenzen der Elektromobilität aus.“

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