Gemäß der letzten Erhebung ist die Zahl der nach ISO 22000 zertifizierten Unternehmen seit der Erstveröffentlichung im Jahr 2005 jedes Jahr stetig gewachsen – derzeit sind weltweit etwa 32.000 Unternehmen zertifiziert.

In den vergangenen 12 Jahren haben sich die Erwartungen der Märkte in Bezug auf Lebensmittelsicherheit und damit auch die Herausforderungen für Unternehmen stark verändert: Das Überarbeiten der Norm wurde unabdingbar. Primäres Ziel dieser Revision soll es sein, den Standard insgesamt einfacher und prägnanter zu gestalten.

Seit Juli 2016 liegt der zweite Committee Draft (CD2) der Norm vor und lässt die zu erwartenden Anpassungen erahnen. Zu diesem Zeitpunkt ist jedoch nicht auszuschließen, dass die Forderungen noch ergänzt oder verändert werden.

Welche Änderungen sind geplant?
Offensichtlichste Änderung der neuen Normrevision ist das Angleichen ihrer Struktur an die High-Level-Structure (HLS) – eine einheitliche Gliederung, die bereits aus der Revision der ISO 9001 (Qualitätsmanagement) und ISO 14001 (Umweltmanagement) bekannt ist. Hierdurch wird die Kompatibilität der ISO 22000 mit anderen Managementsystemen erhöht.

Risikomanagement: Was steckt hinter CCP, oPRP und PRP?

Eine weitere vorgeschlagene Veränderung ist das Klären bestimmter Schlüsselkonzepte. So wird auch die neue Lebensmittelnorm auf einem risikobasierten Ansatz beruhen und eine klare Abgrenzung zwischen dem Management kritischer Kontrollpunkte (CCPs), operativen Präventivprogrammen (oPRP), dem Umgang mit Risiken sowie Präventivprogrammen (PRP) schaffen. Es wird dabei scheinbar zwischen Risiken auf operationeller Ebene (HACCP Ansatz) und Risiken auf Systemebene unterschiede werden.

Auswirkungen der neuen ISO 22000 für Unternehmen
Herr Tobias Lange, Geschäftsführer der Forschungsgesellschaft TIF (Transfer + Industrie + Forschung), hat bereits umfangreiche Kenntnisse in der Anwendung der ISO 22000:2005. In einem Gespräch berichtet er uns die zu erwartenden Vorzüge der revidierten Norm für Lebensmittelsicherheits-Managementsysteme:

„Die ISO 22000 wird sich in ihrer Struktur der High-Level-Structure anpassen. Dadurch lässt sie sich sehr einfach in bereits bestehende Managementsysteme integrieren. Andersherum kann natürlich auch jedes weitere System, wie z.B. Umweltmanagement nach ISO 14001:2015, auf der neuen ISO 22000 basierend im Unternehmen aufgebaut werden. So bekommen Unternehmen die Chance, Synergieeffekte noch besser zu nutzen und ein effizientes, integriertes Managementsystem (IMS) zu implementieren. Dies kann zu erstaunlichen Einsparungen interner Kosten führen.

Auf Grund der erhöhten Prozessorientierung und Operationalisierung sollte die neu revidierte ISO 22000 auch besser für KMUs einzuführen und anzuwenden sein. Dies ist eine große Erleichterung für diese Art von Unternehmen und kann sich wiederum positiv auf das „gelebte System“ auswirken.

Begründet durch die HLS werden vor- und nachgeschaltete sowie ausgegliederte Prozesse fest in Unternehmensabläufe eingebunden. Dies fördert einen effektiveren Betrieb, da stetig wechselnde Anforderungen an die gesamte Lieferkette von Lebensmitteln nun vollumfänglich betrachtet werden müssen.

Auch hat sich für die meisten Unternehmen im Rahmen der Globalisierung die Anzahl involvierter, grenzüberschreitender Lieferanten um ein Vielfaches erhöht. Dies macht das Thema Traceability von Rohstoffen und Zusätzen für die Anwender immer komplexer. Dem gegenüber steht aber die Verantwortung der Hersteller für Verbraucher und Gesetzgeber, eine dauerhaft gleichbleibend hohe Qualität und Sicherheit der Produkte zu gewährleisten. In der revidierten ISO 22000 sehen wir das Instrument, um diese Herausforderungen zu meistern.“

Zwei PDCA-Zyklen
Fest steht auch, dass die neue ISO 22000 zwei PDCA-Zyklen (Plan-Do-Check-Act) enthalten wird: der Erste für das Managementsystem an sich und ein weiterer, der im ersten eingebettet ist und die in Klausel 8 („Operation“) beschriebenen Prozessschritte umfasst.

Weiterer Verlauf: vom Draft bis zum internationalen Standard

Unter der Maßgabe, dass die weiteren Schritte des Revisionsprozesses planmäßig ablaufen, wird der finale Normentwurf (FDIS) im Herbst dieses Jahres bekannt gegeben.

Mit der Publikation der neuen Norm kann Ende 2018 unter der Bezeichnung ISO 22000:2018 gerechnet werden. Zuvor muss der Standard noch diverse Stadien durchlaufen, in denen Änderungen eingearbeitet werden.

Nach der endgültigen Veröffentlichung wird es eine Übergangsfrist zur Umstellung der derzeit gültigen Zertifikate auf die neue Normrevision geben. Diese erstreckt sich erfahrungsgemäß über drei Jahre – genaue Informationen hierzu liegen jedoch noch nicht vor.

Sobald uns der nächste Normentwurf oder detaillierte Angaben zu weiterführenden Regelungen vorliegen, werden wir Sie natürlich unverzüglich in unserem Newsletter informieren.

Fragen zum Thema Lebensmittelsicherheit und Normrevision beantwortet Ihnen gerne Frau Melanie Steinborn, Tel: +49 30 2332021-59 / melanie.steinborn@gut-cert.de

Über die GUTcert GmbH

Die Zertifizierung von Integrierten Managementsystemen mit den Schwerpunkten Qualitätsmanagement, Umweltmanagement, Arbeitssicherheit sowie Energiemanagement ist das Hauptgeschäft der GUTcert. Weitere Kernkompetenzen der GUTcert sind die Verifizierung von Treibhausgasemissionen nach anerkannten Standards sowie die Zertifizierung der Nachhaltigkeitsanforderungen für Biomasse.

Als Mitglied der AFNOR Gruppe bietet die GUTcert ihre Zertifizierungsdienstleistungen im internationalen Netzwerk an, welches weltweit 28 Niederlassungen umfasst und mit 1.500 Auditoren und 20.000 Experten Kunden in über 90 Ländern betreut.

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