Letzten Donnerstag, den 09. März 2017, startete die Düsseldorfer HR Beratung Kloepfel Personalmanagement eine Umfrage zum Thema Lohnerhöhungen. Innerhalb einer Woche nahmen knapp 400 Interessierte an der aus acht Fragen bestehenden Online-Befragung teil. Vor allem ein Resultat der Umfrage sticht hervor: Mehr als 50 Prozent der Brutto-Lohnerhöhungen kommen aufgrund von Abgaben und Steuern nicht beim Mitarbeiter an.

Die Umfrageergebnisse im Detail

Von allen Teilnehmenden gaben 54 Prozent an, dass sie innerhalb der letzten 12 Monate eine Brutto-Lohnerhöhung erhalten haben. Gut ein Drittel (35 Prozent) davon war auf eine tarifliche Bindung im Arbeitsvertrag zurückzuführen. 61 Prozent unterlagen keinem Tarifvertrag, der Rest enthielt sich.


Die angegebene Höhe der Brutto-Lohnerhöhung bewegt sich auf einem durchschnittlichen bis gehobenen Niveau. So antworteten 43 Prozent, dass Ihre Brutto-Lohnerhöhung bis zu 3% des Bruttogehaltes ausgemacht habe, was dem bundesdeutschen Durchschnitt entspricht. Je 20 Prozent gaben an, dass ihre Lohnerhöhung 3-5% bzw. 5-10% des Bruttogehaltes entsprochen hat. 15 Prozent der Befragten konnten sich sogar über eine Gehalterhöhung von über 10% des Bruttogehalts freuen.

Dementsprechend positiv fällt zunächst die Zufriedenheit über die Brutto-Lohnerhöhung aus. Für 51 Prozent der Teilnehmenden war die Lohnerhöhung angemessen, bei 10 Prozent wurden die Erwartungen sogar übertroffen. Ein Drittel der Befragten zeigten sich bereits von der Brutto-Gehaltserhöhung enttäuscht.

Interessant ist nun ein Vergleich dieser Angaben mit der Zufriedenheit der Netto-Lohnerhöhung nach Abzug aller Steuern und Abgaben: Über die Hälfte der Teilnehmer (52 Prozent) gaben an, dass ihre Lohnerhöhung im Endeffekt durch die Abzüge derart reduziert wurde, dass netto keine richtige Gehaltserhöhung übrig geblieben ist. Nur 39 Prozent waren auch mit ihrer Netto-Lohnerhöhung zufrieden, der Rest enthielt sich.

Auf die Frage, ob in der Vergangenheit alternative Auszahlungen der Gehaltserhöhung durch den Arbeitgeber angeboten wurden, bei der höhere Nettoauszahlungen erreicht werden, zeigt sich ein ähnliches Bild wie bei der letzten Umfrage von Kloepfel Personalmanagement zum Thema Weihnachtsgeld: Über 80 Prozent der Befragten gaben an, dass derartige Modelle bis dato in ihren Unternehmen nicht thematisiert wurden. Bei lediglich 7 Prozent wurden solche Modelle umgesetzt, 5 Prozent entschieden sich gegen eine solche Variante der Lohnerhöhung. Dies zeigt, dass bei der Optimierung von Lohnerhöhungen noch erhebliches Potenzial verborgen bleibt.

46 Prozent der Teilnehmer der Umfrage gaben an, dass sie im letzten Jahr keine Lohnerhöhung erhalten haben. Bei 82 Prozent liegt diese bereits seit 2 Jahren oder länger zurück. 11 Prozent haben ihre letzte Lohnerhöhung in dem Zeitraum zwischen 12 und 24 Monaten erhalten.

Über die Hälfte (52 Prozent) der Teilnehmer ohne Lohnerhöhung erwartet auch in Zukunft keine Gehaltsanpassung durch den Arbeitgeber. Knapp ein Viertel (24 Prozent) geht davon aus eine solche innerhalb der nächsten 6 Monate zu erhalten. 14 bzw. 5 Prozent hoffen auf eine Lohnerhöhung in den nächsten 12 bzw. 24 Monaten.

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